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Wilhelm Wandschneider -
Bildhauer aus Plau am See

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luftkurort-plau.de verweist auch auf plau-am-see.info
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Man kann nicht sagen, dass der Mann nicht gearbeitet hat: Mehr als 200 Werke sind von dem Künstler bekannt.

Wandschneider: Hechtjunge auf dem Marktplatz von Teterow

Und man kann auch nicht sagen, dass sein Werk nicht anerkannt wird: Erst 2006 wurde noch eine Figur vom ihm gestohlen (und das war keineswegs die erste) und Dutzende gelten als verschollen, was i.d.R. nichts anderes heisst, als dass sie (z.B. in den Wirren des 2. Weltkrieges) den privaten Sammlungen irgendwelcher Kunstliebhaber einverleibt wurden.

Dabei ist der Bildhauer Wilhelm Wandschneider keineswegs unumstritten: Als (auch künstlerisch) konservativ eingestellter Mensch schuf er nicht wenige Plastiken, die sich sehr gut zur Kriegsverherrlichung und unter den Nazis auch für ihre rassistischen Idealvorstellungen vom Menschen ge- und missbrauchen liessen.

Persönlicher und künstlerischer Werdegang von Wilhelm Wandschneider:
Wilhelm Georg Johannes Wandschneider wurde 1866 in der alten Ackerbürgerstadt Plau (heute Luftkurort Plau am See) in Mecklenburg geboren. Er absolvierte eine Malerlehre im Betrieb seines Vaters, begann aber schon damals zu malen und zu zeichnen. Mit 22 Jahren bestand er dann die Aufnahmeprüfung für die Akademische Hochschule der Bildenden Künste in Berlin mit glänzenden Ergebnissen. 8 Jahre später wurde ihm ein einjähriger Studienaufenthalt in Italien ermöglicht, eine Reise, die den Beginn eines erfolgreichen Künstlerlebens markiert.

Im Alter von 60 Jahren kehrte er 1926 dann nach Plau zurück - durchaus anerkannt, aber durch fehlende Aufträge nach dem 1. Weltkrieg und der dann folgenden Weimarer Republik in einer unverkennbaren wirtschaftlichen Notsituation. Er starb 1942 in Plau am See, wo er auf dem Friedhof beigesetzt wurde.

Zu seinen Lebzeiten war Wilhelm Wandschneider eine der bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit. In den Jahren von 1897 bis 1916 erlebte Wandschneider als Bildhauer seine erfolgreichsten Jahre. Aber Wandschneider gab sich mit seinen Erfolgen in Deutschland nicht zufrieden, sondern bewarb sich bei jeder nur sich bietenden Gelegenheit auch bei Ausschreibungen im Ausland um Aufträge. So können Sie - z.T. noch bis heute - Werke des Künstlers in St.Louis (USA), in St. Quentin in Nordfrankreich und in anderen Ländern bewundern.

Die Plauer hielten ihrem doch recht bedeutenden Sohn eigentlich immer "die Stange" und so gibt es schon seit 1926 ein Wilhelm Wandschneider-Museum im Plau. Zugegeben: Es war mehr aus der Not geboren, denn eigentlich ging es darum, die Werke des Künstlers (der aus materieller Not sein Atelierhaus in Berlin verkaufen musste) unterzubringen, um die "Entsorgung" der Arbeiten zu ersparen. Man stellte ihm also einen Raum zur Verfügung, der dann das erste Wandschneider-Museum wurde.

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1947 wurde dieses Museum dann geschlossen - zu sehr war der Künstler wohl der Kriegsverherrlichung verbunden. Doch viele seiner Werke blieben erhalten, einige andere, deren politische Aussage nach dem Krieg nun wirklich auf den Müllhaufen der Geschichte gehörte, wurden in der DDR demontiert (z.B. das Standbild Otto von Bismarcks in Schwerin). Übrigens wurden auch in Westdeutschland einige seiner Plastiken aus verschiedenen Gründen demontiert.

Hier in dem kleinen mecklenburgischen Luftkurort gibt es - ausser den Exponaten im Museum - noch an etlichen öffentlichen Plätzen Arbeiten von Wandschneider zu bewundern:

  • Am Gebäude der ehemaligen Sparkasse in der Steinstrasse den "Pfennigjungen"
  • Vor dem ehemaligen Kino stehen der "Saemann" und der "Mähende Bauer" (diese Skulpturen werden über den Sommer 2010 evtl. als Leihgabe in Plau abgebaut. Der Mähende Bauer steht in verkleinerter Ausgabe aber auch noch im Rathaussaal von Plau am See)
  • Das Ehrenmal für Dr. Ernst Alban auf dem Friedhof von Plau am See
  • Die Idealgruppe „Pietà“ als kommunales Kriegerdenkmal am Turm der Kirche von Plau
  • 1903 modellierte der Bildhauer Wilhelm Wandschneider eine Idealgestalt, die er "Coriolan" nannte (Coriolan war der Sage nach ein römischer Held und Feldherr, wahrscheinlich keine historisch reale Gestalt). Die etwas überlebensgroße Bronzestatue erhielt auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis (Louisiana Purchase Exposition) eine Goldene Medaille und fand später ihren Platz am Plauer See im Ortsteil Seelust, wo sie noch erhalten ist (beim Campingplatz)
  • „Der Sieger“ (1906), im Sportboothafen von Plau am See, z.Zt. eingelagert. "Der Sieger" erhielt die Goldmedaille der Großen Berliner Kunstausstellung 1906; ein Abguss stand auch als Bronzestatue im Tiergarten Berlin, wurde aber 1942 eingeschmolzen. 2001 wurde dort ein Neuguss vorgenommen.
  • Das Grabmal der Familie Heinrich Haukohl mit Grabfigur (1902) auf dem Friedhof von Plau am See. Die Figur wurde im Dezember 2006 von dem Grabmal gestohlen – Hinweise bitte ans Wandschneider-Museum in Plau.
  • Ausserdem gibt es auf dem Friedhof von Plau am See einige Grabmäler mit Arbeiten von Wandschneider.

Auch in einigen anderen Städten Mecklenburgs stehen wichtige Arbeiten des Künstlers. Besonders hervorheben möchten wir das

  • Denkmal für den bedeutenden mecklenburgischen Volksdichter Fritz Reuter in der Reuterstadt Stavenhagen
  • den "Hechtbrunnen" in Teterow
  • Brinckmann-Brunnen mit der Figurengruppe „Voß un Swinegel“ in Güstrow an der Bleicherstraße unterhalb des Pferdemarktes und ebenfalls in Güstrow
  • die Idealfigur „Kniender Krieger“ (die gleiche Figur steht auch noch in Crivitz) und angeblich auch in Saarlouis)
  • In Goldberg die Idealfigur „Kniende Trauernde“
  • 1911/16 Mausoleum der Gutsbesitzerfamilie Johannes Schlutius, bei Karow zwischen Plau am See und Krakow am See (teilzerstört), die einst davor stehende Kniende Trauernde befindet sich heute am Friedhof von Karow

Zu den Attraktionen des kleinen Museums zu Ehren des Künstlers gehören neben ca. 30 Originalplastiken, die dem Museum teils zum Eigentum geschenkt, teils als ständige Leihgaben überlassen worden sind, zwei Porträtgemälde, die Ehrenbürgerurkunde von 1926, weitere Originalurkunden und Dokumente, sowie die mehr als 500 Abbildungen umfassende Bildsammlung zum Schaffen des Künstlers.



Bronzeskulptur von Wandschneider
Wandschneider-Skulptur in Plau am See

Aus Plau am See stammt der Bildhauer Prof. Wilhelm Wandschneider (1866 bis 1942), dem man ein kleines Museum gewidmet hat. Auch stehen in der Stadt mehrere Freiplastiken des berühmten Mannes: Der "Pfennigjunge" befindet sich an der alten Sparkasse in der Steinstrasse, der "Säemann" vor dem ehemaligen Kino in der Meyenburger Chaussee.

Wilhelm Wandschneider hat auch das Grabmal für den Technik-Pionier Ernst Alban entworfen, das dann in dessen eigener Fabrik gefertigt wurde.

 

Anschrift:
Das Wandschneider-Museum befindet sich am

Kirchplatz 3
19395 Plau am See

Telefon: 038 735 - 40 202

Öffnungszeiten:

Juni bis September:
Montag bis Freitag: 10.00 Uhr - 12.00 Uhr und 12. 45 - 15.00 Uhr
Samstag: 10.00 Uhr - 12.00 Uhr

Oktober bis Mai:
Montag bis Freitag: 10.00 Uhr - 12.00 Uhr Dienstag: 15.00 Uhr - 18.00 Uhr

Eintrittspreis: Der Eintritt ist frei!

Wilhelm Wandschneider -
ein bedeutender deutscher Bildhauer aus Plau am See